Achtsamkeit lernen und leben – 5 Bereiche in Deinem Alltag

Achtsamkeit lernen und leben - 5 Wege für deinen Alltag

Das Wort Achtsamkeit ist in aller Munde. Der Begriff umkreist den ein oder anderen bestimmt bereits wie eine lästige Fliege. Aber was genau ist mit Achtsamkeit überhaupt gemeint? Wenn du ständig unter Strom stehst, hohe Anforderungen an dich stellst und doch immer hinter deiner To-Do-Liste zurückbleibst, wird es wahrscheinlich Zeit für etwas Achtsamkeit in deinem Leben. Wie und in welchen Bereichen du im Alltag Achtsamkeit lernen und leben kannst, erkläre ich dir in meinem Beitrag.

Was ist eigentlich Achtsamkeit?

Die Achtsamkeits-Praxis hat ihre Wurzeln im Buddhismus. Sie ermöglicht ein bewussteres und vor allem gesünderes Leben. Wer Achtsamkeit praktiziert erlangt dadurch eine höhere Lebensqualität und macht sich frei von stressbedingten Zwängen, die Denken und Handeln im Alltag bestimmen. Im Kern arbeitet man im Zuge der Achtsamkeit an der eigenen Lebenseinstellung hin zu mehr Akzeptanz und Gelassenheit.

Woran du merkst, dass du Achtsamkeit in deinem Leben brauchst

Endlich Feierabend, aber dein Kopf ist voll von Dingen, die noch erledigt werden müssen. Am besten sofort, aber du weißt gar nicht wo du anfangen sollst. Deine Gedanken kommen einfach nicht zur Ruhe. Freizeit? Du fühlst dich unter Strom und deine To-Do-Liste bereitet dir zu viel Kopfzerbrechen, als dass du dich in Ruhe auf ein gutes Buch oder einen Film konzentrieren könntest. Und warum Sport treiben, wenn du in der Zeit so viele andere Dinge erledigen kannst?

Kommt dir dieses Szenario bekannt vor? Fast alle von uns kämpfen im Alltag gegen den Teufelskreis des Gedankenkarussells und den Stress, der damit einhergeht. Irgendwie scheint die To-Do-Liste nie enden zu wollen. Deine Freizeit bleibt ständig für „Wichtigeres“ auf der Strecke und wenn du dann doch einmal deine Ruhe hast, fühlst du dich so ausgelaugt, dass du keine Lust mehr auf deine Hobbys hast. Anschließend folgt dann Frust, weil du weder deine Freizeit genießen konntest, noch etwas Wichtiges erledigt hast.

Viele von uns – du vielleicht auch – verwenden viel Energie darauf gegen bestimmte Aspekte unseres Lebens und Alltags anzukämpfen. Selbst eine Erkältung wird oft nur als lästiges Übel mit Medikamenten betäubt statt richtig auskuriert, damit wir weiter funktionieren können. Bei all dem bleibt jedoch die Lebensqualität langsam aber sicher auf der Strecke.

Aus diesen Denkmustern auszubrechen ist keine einfache Angelegenheit, aber die Achtsamkeit kann dir dabei helfen, wenn du dich darauf einlässt.

Im Alltag Achtsamkeit lernen – 5 Bereiche

Deine eigene Einstellung
Bei Achtsamkeit geht es vor allem darum an der eigenen Einstellung gegenüber Situationen, dem eigenen Handeln und Leben zu arbeiten. Ein wichtiges Stichwort in diesem Zusammenhang ist Akzeptanz. Wenn du lernst bestimmte Dinge so zu akzeptieren wie sie nun einmal sind, anstatt dich darüber zu ärgern oder sie krampfhaft ändern zu wollen, dann kannst du viel gelassener an viele Situationen herangehen und sparst dir Frust und Ärger. Das wiederum führt zu mehr Ausgeglichenheit.

Bewegung
Wusstest du, dass wir Menschen von unserer Veranlagung her auf Stress bzw. „Gefahr“ entweder mit Kampf oder Flucht reagieren? Egal welche Variante davon gewählt wird, sie hat mit Bewegung zu tun. Wir laufen vor der Gefahr weg, oder wir bekämpfen sie. Leider lässt sich eine spontan auf den Bürotisch geknallte Deadline, die bis morgen einzuhalten ist, weder bekämpfen, noch käme es allzu gut an einfach davor wegzulaufen. Heutzutage sind die meisten von uns immer wieder solchen Situationen ausgesetzt, haben aber keine Möglichkeit mit unserem instinktiven Flucht-oder-Kampf-Mechanismus darauf zu reagieren.

So baut sich Stress immer weiter auf, ohne ein Ventil zu finden. Gerade für Menschen, die überwiegend mit dem Kopf arbeiten und am Schreibtisch sitzen, ist es daher wichtig sich viel zu bewegen, um einen Ausgleich zu finden. Jeden Abend 30-60 Minuten Sport zu treiben kann schon eine Menge bewirken. Bei der Bewegung baust du den Stress ab, du konzentrierst dich auf das was du tust und hast keine Zeit zum Grübeln. Vor allem tust du etwas Wichtiges nur für dich selbst. Auch das fällt unter Achtsamkeit. Die Bedürfnisse von Körper und Geist verstehen lernen, sie im Gleichgewicht zu halten und achtsam damit umzugehen.

Deine Gesundheit
Achtsamkeit lernen und leben bedeutet auch, auf deine Gesundheit Rücksicht zu nehmen und diese zu fördern. Sport habe ich bereits unter dem Punkt Bewegung angesprochen und er trägt viel dazu bei, dass dein Körper gesund bleibt. Jedoch gilt das auch für deine Ernährung. Ständig hastig Fast Food herunter zu schlingen, während du auf dein Smartphone schielst, ist auf Dauer keine Option – Zeitmangel hin oder her. Dir bewusst Zeit zu nehmen, um selbst zu kochen und Fertigprodukte zu verbannen kann bereits einen riesigen Unterschied machen. Und beim Essen bleibt dann natürlich das Smartphone aus.

Am Spruch „Du bist, was du isst“ ist durchaus etwas dran. Wenn du gesund und bewusst isst, wirst du leistungsfähiger und auch dein Wohlbefinden steigern. Bio ist natürlich super, aber keine Pflicht für gesunde Ernährung. Pommes vom Imbiss schadet dir auch nicht, solange du nicht täglich darauf zurückgreifst. Es gibt viele einfache Rezepte, die gesund sind und schnell zubereitet werden können.

Und wenn du mal erkältet bist, dann erlaube dir und deinem Körper sich auszukurieren und zu erholen. Wenn du dich nur mit Tabletten betäubst und dir keine Ruhe gönnst, schadest du dir damit gesundheitlich auch langfristig. Das bedeutet deine Leistungsfähigkeit könnte einmal darunter leiden, weil du gegenwärtig nicht rücksichtsvoll mit dir selbst umgegangen bist.

Nachsicht und Geduld mit Dir selbst
Irgendwie wollen wir doch alle immer perfekt sein oder? Wir gestehen uns ungern Fehler zu oder gar zu scheitern. Wenn wir dann etwas nicht schaffen, machen wir uns auch noch selbst fertig und setzen uns unter Druck. Die Anforderungen an uns selbst nehmen dadurch ganz schnell utopische Ausmaße an. Perfekt gekleidet sein, eine aufgeräumte Wohnung, pünktlich zur Deadline das Projekt beenden und nebenbei noch soziale Kontakte pflegen. Wenn du in einem Kreislauf von selbstauferlegtem Leistungsdruck feststeckst, stresst du dich damit nur und wirst immer unzufriedener mit dir selbst, wenn du deinem Ideal nicht entsprichst.

Bei Achtsamkeit geht es auch um Selbstliebe. Wichtig ist, dir zu erlauben Fehler zu machen oder aufzugeben, weil du dich überfordert fühlst. Nur so wirst du nachsichtiger und geduldiger mit dir selbst. Wenn du irgendwann sagen kannst: „Ich habe mein Ziel zwar nicht erreicht, aber ich habe mein Bestes gegeben. Also ist alles gut, das ist genug.“ hast du einen wertvollen Schritt hin zur Selbstliebe gemacht. Wenn du lernen kannst dich zu akzeptieren und auch Fehler oder Scheitern zuzulassen, wirst du deine Lebensqualität damit erheblich steigern.

Dein Bewusstsein
Denkst du auch häufiger „Ich muss noch…“?

Wenn du mal genau in dich hinein hörst, stellst du vermutlich fest, wie oft du denkst „Ich muss dies-und-das tun.“. Um Achtsamkeit zu lernen und letztlich ganz natürlich zu leben, ist es wichtig sich immer wieder bewusst zu sagen: „Ich muss das nicht tun, aber ich möchte heute im Garten arbeiten.“ oder „Ich will heute kochen, weil ich Lust auf mein Lieblingsgericht habe.“.

Die Art und Weise wie wir einen Gedanken formen und aussprechen kann einen gravierenden Unterschied machen. Wer etwas tun muss, hat vermutlich auch immer das Gefühl es gegen den eigenen Willen zu tun. Wer sich hingegen sagt, dass er etwas tun möchte, weil das die Situation erfordert oder man gerade Lust dazu hat, der verfolgt ein viel gesünderes Denkmuster.

Wenn du dir also jedes Mal, wenn du wieder „muss“ denkst anschließend bewusst innerlich (oder auch laut, wenn du magst) beispielsweise vorsagst: „Nein, ich muss nicht aufräumen, ich möchte aufräumen, weil ich mich in einer ordentlichen Umgebung wohler fühle.“ kannst du damit nach und nach zu einem achtsameren Umgang mit dir selbst und deinen Aufgaben – ob nun im Job oder im Alltag – finden. Du trainierst eine andere Denkweise und Einstellung.

Was Achtsamkeit nicht ist

Wenn du Achtsamkeit lernen willst und dies in deinen Alltag integrierst, kannst du damit zu einem besseren Lebensgefühl und mehr Lebensqualität finden. Du gehst rücksichtsvoller mit dir um und akzeptierst auch gelassen, wenn es nicht so läuft, wie geplant.

Achtsamkeit kann in vielen Bereichen deines Lebens etwas bewirken, dennoch ist die Achtsamkeits-Praxis kein Allheilmittel oder eine Wunderheilung über Nacht. Auch ersetzt sie keine Psychotherapie. Es geht vorwiegend um Gelassenheit, Akzeptanz und Entschleunigung. Wenn man so will, ist Achtsamkeit wahrscheinlich die logische Konsequenz zu unserer hektischen, digitalisierten Welt. Ein Gegenpol, der Balance schafft. Aber auch Achtsamkeit will trainiert werden und es kommt vor allem auf deine Einstellung und deinen Willen an.

So lebe ich selbst Achtsamkeit

Es sind oft kleine, für manche Leute sicher banal wirkende, Momente im Alltag. Etwa eine Ameise, der ich bewundernd mit dem Blick folge, während sie ein Samenkorn – doppelt so groß wie sie selbst – über den Asphalt zu einem nicht erkennbaren Ziel trägt. Oder wenn ich abends einen Moment inne halte und bewusst auf das Schuhu einer Eule vor meinem Fenster lausche. Ich nehme mir diese kleinen Momente und genieße sie ganz bewusst, blende alles andere aus.

Ich verbanne mein Smartphone während des Essens oder wenn ich mit Freunden unterwegs bin. Außerdem erlaube ich mir auf Nachrichten bei WhatsApp erst am Folgetag zu reagieren, weil ich jetzt gerade meine Ruhe haben möchte. Ich mache mich nicht fertig, wenn ich es einmal nicht geschafft habe, wie geplant in den Social-Media-Kanälen zu posten oder den Blogartikel zu veröffentlichen, weil ich mit dem Ergebnis noch nicht zufrieden war.

Achtsamkeit lernen, aber ohne Hast

Achtsamkeit lernen und leben – das ist ein fortlaufender Prozess und du kannst dich mit kleinen Schritten herantasten. Geduld ist hier das Stichwort und du wirst sicher den passenden Weg finden, wenn du einmal in dich hineinhörst und herausfindest, was du brauchst und ändern möchtest. Auch bei mir ist es noch ein Prozess, den ich ständig optimiere. Ohne Eile übrigens, denn ich möchte mich damit nicht stressen. 😉

Was sind deine Erfahrungen mit Achtsamkeit? Lebst du bereits achtsam oder hast du festgestellt, dass du mehr Achtsamkeit lernen möchtest?

WEITERFÜHREND
Achtsamkeit – Eine Einführung für Skeptiker und Einsteiger
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