Personal Branding Strategie für Introvertierte


Als selbstständige*r UnternehmerIn verkaufst du nicht nur deine Dienstleistung oder dein Produkt. Du verkaufst vor allem deine Person. Im Ausspruch „Menschen kaufen von Menschen“ steckt eine wichtige Wahrheit. Wenn deine Kunden dir als Mensch vertrauen, vertrauen sie auch deiner Marke. Gerade wenn du online sichtbar werden und deine Leistung verkaufen möchtest, ist eine Personal-Branding-Strategie unverzichtbar. Online bieten sich hierzu im Gegensatz zu offline gerade für Introvertierte viele Möglichkeiten. Wie du für deine Marke als introvertierte*r UnternehmerIn eine Personal-Branding-Strategie erarbeiten kannst, erfährst du in meinem Beitrag.

Was man unter Personal Branding versteht

Beim Personal Branding geht es um die Selbstvermarktung deiner Person. Das bedeutet der Fokus liegt nicht auf den Produkten oder Dienstleistungen deiner Marke. Es geht um die Persönlichkeit hinter dem Produkt und ihre individuellen Werten.

Statt mit dem Image deiner Marke, bewirbst du dein Angebot mit deinem Ruf, auch Reputation Marketing genannt. Durch die Digitalisierung gibt es für dich eine Vielzahl an Möglichkeiten, um Personal Branding zu betreiben. Gerade deine Social-Media-Kanäle, bei denen es vorwiegend um den Austausch mit deinen potentiellen Kunden geht, sind das perfekte Instrument. Indem du dich mit deinen Followern austauschst, baust du deine Personen-Marke auf. So stellst du Vertrauen in dich als Mensch her und dadurch auch in deine Dienstleistung oder dein Produkt.

Darauf kommt es beim Personal Branding für Introviertiere an

Zunächst einmal kannst du dich von dem inneren Zwang befreien dich verstellen zu müssen und marktschreierisch zu agieren, um dein Ziel zu erreichen. Du darfst und sollst einfach du selbst sein. Niemand gewinnt andere für sich, indem er sich verstellt. Stell dir das so vor wie bei einem ersten Date, aus dem dann langsam eine Beziehung wächst sobald man einander besser kennenlernt und eine Vertrauensbasis schafft.

Du stehst nicht gerne im Mittelpunkt und vor einer Kamera fühlst du dich unwohl? Dann arbeitest du eben mit Content in Form von Website-Texten oder Blog-Artikeln. Wenn du dich mit Texten schwer tust und keine Videos magst, wäre vielleicht ein Podcast für dich die passende Alternative. Wichtig ist, dass du den Weg gehst, der zu dir passt und mit dem du dich wohlfühlst.

Trage deine Kompetenz und dein Wissen auf Wegen hinaus, die dich repräsentieren. Wenn du dich wohl fühlst, strahlst du das auch aus und je klarer du deine Persönlichkeit in dein Personal Branding einfließen lässt, desto deutlicher und authentischer wird auch das Bild deiner Wunschkunden von dir.

Mit Personal Branding ziehst du Kunden an, die zu dir passen

Aus eigener Erfahrung als introvertierte Unternehmerin kann ich sagen, dass man sich häufig so fühlt als müsse man einem bestimmten „Ideal“ des Unternehmers entsprechen, um erfolgreich zu sein. Hier denkt man oft an den typischen Marktschreier und Selbstdarsteller, der lautstark und selbstbewusst sein Produkt anpreist. Bestimmt möchtest du als introvertierter Mensch aber gar nicht die Art von Kunden auf dich aufmerksam machen, die sich von einem Marktschreier einlullen lassen.

Mich persönlich sprechen solche Personen zum Beispiel überhaupt nicht an. Ich empfinde sie als aufdringlich, manchmal gar als falsch und halsabschneiderisch. Wenn es dir auch so geht, möchtest du doch bestimmt Kunden anziehen, die Werte vertreten wie du selbst. Indem du dich authentisch und ehrlich mit deinem Selbst vermarktest, wirst du genau die Kunden erreichen, die deine Werte schätzen und befürworten, ja sogar suchen. Sie fühlen sich von Marktschreiern ebenso wenig angesprochen wie du.

Je authentischer du also mit Personal Branding ins Marketing gehst, desto sicherer wirst du Kunden gewinnen, die exakt zu dir passen. Du wirst feststellen wie viele Gemeinsamkeiten du und deine Kunden habt. Ihr teilt nicht nur Ansichten, sondern deine Inhalte lösen ihre Probleme. Du erfüllst ihre Bedürfnisse, weil du Du bist.

Introvertierte Stärken für deine Marke nutzen

Beim Personal Branding – auch Selbstmarketing genannt – geht es darum Menschen anzuziehen, die auf einer Wellenlänge mit dir selbst liegen. Stell dir das so vor wie in deiner Freizeit. Die meisten Introvertierten suchen eher tiefere Gespräche und blühen in Interaktionen mit Einzelpersonen statt in großen Gruppen auf. Daher umgeben viele Introvertierte sich im Freundeskreis lieber mit Menschen, denen es ebenso geht.

Wenn es um Personal Branding für introvertierte Unternehmer geht, ist genau dies der Kern von deinem Erfolg. Du hast als selbständige*r UnternehmerIn die Freiheit du selbst zu sein und die richtigen Kunden mit deinen Stärken anzuziehen.

Deine introvertierten Stärken liegen sicher in den Bereichen:

– Gute*r aktiver*r ZuhörerIn
– Lange und tiefgründige Gespräche führen
– Kreative Ideen finden und umsetzen, bereichert durch das Alleinsein
– Intensive*r DenkerIn und dadurch ProblemlöserIn und PlanerIn
– Umfassende Vorbereitung und effiziente Handhabung von Situationen
– Prioritäten setzen und Organisieren
– Sich intensiv auf eine Sache konzentrieren zu können
– Energie und Stärke in dir selbst finden zu können, ohne Hilfe anderer
– Selbstreflexion und damit stetige, gesunde Selbstoptimierung
– Entscheidungen werden sorgfältig abgewogen und garantieren eine hohe Qualität
– Ruhe bewahren können, auch in schwierigen und stressigen Situationen
– Die Fähigkeit kleine Details zu erkennen, sensible Wahrnehmung

Bestimmt hast du dich hier in einigen Punkten wiedererkannt. Nutze also diese Stärken für dein Personal Branding, um deine Marke aufzubauen. Ganz sicher wirst du damit genau die Menschen auf dich aufmerksam machen, die dich und deine Werte schätzen und daher zu dir passen.

Nimm dir Zeit deine Stärken genau zu ergründen und einzuschätzen wie du sie für dein Selbstmarketing nutzen kannst. Lege anschließend fest welche Werte du vertreten und nach Außen tragen möchtest. Wenn du genau in dich hineinhörst und deinem Instinkt vertraust, findest du so den für dich passenden Weg des Personal Brandings, um deine Marke nach draußen zu tragen und bekannt zu machen.

5 Schritte zur Personal-Branding-Strategie

Nachdem du dir darüber klar geworden bist, wie du dich deiner Zielgruppe präsentieren willst, bist du schon einen wichtigen Schritt weiter. Du kannst deine Markenidentität entwickeln indem du dir folgende Fragen stellst:

– Wer bin ich?
– Was tue ich?
– Wofür stehe ich?
– Wie ist mein Look/Design?
– Wie kommuniziere ich?
– Welche Stimmung transportiere ich?
– Was unterscheidet mich von anderen Unternehmen?
– Wer sind meine Wunschkunden?
– Was will ich bewirken?

Wenn du diese Fragen beantwortet hast, kennst du das Leitbild deiner Marke. Schreibe dir am besten zu jeder Frage 1-2 kurze Sätze auf. Nun geht es an die Details. Um deinen Ruf, deine Person und deine Werte nach außen zu tragen, musst du dir Gedanken über folgende Punkte machen:

1. Markenname
2. Logo
3. Design
4. Sprache
5. Social Media

1. Dein Markenname sollte leicht zu merken sein, einen Bezug zu deiner Dienstleistung/deinem Produkt haben und ansprechend sein. Achte darauf, dass du nicht nur deine Leistung beschreibst, sondern etwas Originelles einfließen lässt. Beachte auch, ob du national oder international Kunden ansprechen möchtest.

2. Dein Logo sollte einen direkten Bezug zu deinem Markennamen haben und diesen idealerweise visualisieren. Auch hier gilt: Je einprägsamer desto besser für den Wiedererkennungswert. Da dein Logo dich auf deinen Geschäftspapieren (Briefkopf, Visitenkarten, Flyer etc.) und online repräsentieren wird, spare hier besser nicht. Engagiere wenn möglich einen Profi, der es dir designet.

3. Dein Design (Website, Blog, Social Media, Grafiken, Flyer etc.) setzt sich zusammen aus Logo, Farben und Schriftarten. Achte darauf, dass dein Logo in dein Design eingebunden wird und suche nach Farben, die deine Kunden ansprechen. Farben sollten immer auch mit deinem Produkt in Verbindung gebracht werden. Türkis ist beispielsweise ungeeignet für einen Teeladen, weil die Farbe ganz andere Assoziationen weckt, als getrocknete Kräuter, das wärmende Gefühl Tee zu trinken usw. Entscheide dich zudem für 1-2 Schriftarten und bleibe dabei, denn je mehr Schriften du verwendest, desto unruhiger wird es und lenkt beispielsweise von deinem Content ab.

4. Wie du deine Kunden ansprichst solltest du unbedingt eindeutig festlegen und dann für deine Website, Social-Media-Kanäle und deinen Blog wie einen roten Faden durchziehen. Das kann zum Beispiel eine sachliche, informative Ansprache sein oder eine lockere, freundschaftliche und hängt von deinem Produkt und deiner Person ab. Stimme deine Kundenansprache auf deine Persönlichkeit ab und bleibe dabei.

5. Gerade für Introvertierte sind Social-Media-Kanäle, bei denen du niemandem direkt in die Augen sehen musst, perfekt geeignet, um dein Personal Branding voran zu treiben. Ein gutes Beispiel ist hier sicherlich Instagram. Die Plattform eignet sich gut, um deine Persönlichkeit zu zeigen, mit deinen Wunschkunden zu interagieren und auch mal das ein oder andere Selfie zu veröffentlichen, um dich als Person hinter deiner Marke deinen Kunden näher zu bringen.

Wenn du alle diese Punkte bei der Entwicklung deiner Strategie berücksichtigst, hast du eine solide Basis für dein Personal Branding. Dabei musst du nicht mal besonders viel Geld in die Hand nehmen und eine teure Agentur beauftragen.

Überlege dir stattdessen, was deine Person und deine Marke ausmacht. Selbstmarketing ist nicht nur großen Unternehmen mit hohem Budget vorbehalten, sondern funktioniert auch für kleinere Unternehmen und Selbstständige. Ausschlaggebend ist, dass du dir in Ruhe Gedanken machst und von deinem Budget investierst, wo es wirklich sinnvoll ist, zum Beispiel beim Logo oder der Content-Erstellung.

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