Bestimmt geht dir auch oft gefühlt viel zu viel im Kopf herum. Ein ewiges Gedankenkarussell, das sich einfach nicht abstellen lässt. Du hast ständig das Gefühl, du könntest etwas vergessen oder wirst manche Gedanken einfach nicht los. Das verursacht Stress und Grübeleien. Es wirkt sich negativ auf dein Wohlbefinden oder deine Produktivität aus. Gerade Grübeleien werden häufig vor dem Einschlafen lästig. Mit den zwei Techniken, die ich dir vorstellen möchte – die Morning Pages und den Braindump – bekommst du das in den Griff und hast einen klaren Kopf, um dich auf das Wesentliche zu konzentrieren – im Alltag und Beruf.

Schreiben für einen klaren Kopf

Jedem von uns schwirrt mal der Kopf, weil zu viele Gedanken darin herumkreisen. Die lenken uns ab, wirken sich negativ auf die Konzentration und unseren Tagesablauf aus. Ich zeige dir heute, wie du schreibst, um einen klaren Kopf zu bekommen. Du wirst dich dadurch ausgeglichener fühlen und kannst deine Kreativität und Produktivität steigern.

Jetzt denkst du vielleicht: „Schreiben? Klar, als Texterin hat die leicht reden.“, aber dazu komme ich sofort. Natürlich schreibe ich unheimlich gern, aber in diesem Beitrag geht es nicht um Texte, die wie ein Diamant bis auf das letzte Komma geschliffen werden. Es geht darum, durch das Schreiben Klarheit zu schaffen. Und zwar in deinem Kopf und damit auch in deinem Leben. Auf fehlerlose Grammatik, Interpunktion, Finesse oder gar Ästhetik kommt es dabei nicht an. Es geht um das Schreiben an sich. Mit Stift auf Papier, ganz schnörkellos und wie es für dich angenehm ist. Auch Rechtschreibfehler sind erlaubt.

Morning Pages und Braindump

Ich habe diese zwei Schreibtechniken ausprobiert und nutze eine davon regelmäßig für mich selbst. Mit diesen Techniken kannst du deine Gedanken sortieren und herausfiltern, was gerade wichtig ist und was nicht. Vielleicht wirst du aus deinen Notizen Schlüsse ziehen, was die ein oder andere Idee betrifft, die du vielleicht schon eine Weile mit dir herum trägst. Oder es könnten private Ziele und Bedürfnisse sein, die dir dadurch erst klar werden. Auch etwas, das dein Unternehmen voranbringt und mit dem du dich bisher nicht befasst hast, kommt in Frage. Durch das Schreiben optimierst du deinen [Arbeits-] Alltag und nimmst dir selbst Druck.

Kein Gedankenchaos mehr und mehr Ausgeglichenheit – klingt doch gut, oder?

Morning Pages – morgens den Kopf freibekommen

Den Morning Pages bin ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal begegnet. Ich fand einen Link zu Julia Camerons Beitrag und probierte die Technik gleich einmal aus. Wenn du das Schreiben am Morgen auch ausprobieren willst, gibt es nur 3 Regeln:

1. Du schreibst von Hand, mit Stift auf Papier
2. Du schreibst genau 3 Seiten. Nicht mehr und nicht weniger.
3. Du schreibst nur, was dir spontan in den Sinn kommt.

Nimm dir einen Stift, mit dem du gerne schreibst und ein Notizbuch. Ich nutze für diesen Zweck am liebsten einfache, linierte Schreibhefte, aber du kannst natürlich benutzen, was du magst. Am besten legst du dir beides auf den Nachttisch, damit du es gleich nach dem Weckerklingeln griffbereit hast. Vielleicht musst du den Wecker etwas früher stellen – 10 bis 15 Minuten reichen dafür aus. Das war’s auch schon.

Jetzt schreibst du jeden Morgen sobald du wach bist 3 Seiten in dein Notizbuch. Einfach das, was dir in den Sinn kommt. Wenn dir nichts einfällt, schreibe „Mir fällt nicht ein, was ich schreiben soll…“. Oder wenn du dich noch müde fühlst, beginne mit „Ich bin noch so müde und habe keine Lust aufzustehen…“. Wenn du einmal angefangen hast, kommt der Rest von alleine.

Was du schreibst, ist egal. Es kommt nur darauf an, dass du schreibst! Fang einfach an! Bringe deinen Gedankenfluss aufs Papier. Zusammenhangslos, auch ohne Punkt und Komma, wenn du magst. Höre nicht eher auf, bis du die 3 Seiten vollgeschrieben hast. Dann legst du Notizbuch und Stift zur Seite und beginnst deinen Tag ganz genau so, wie sonst auch.

Julia Cameron erklärt in ihrem Video zu den Morning Pages, dass viele Leute nicht gut damit klar kommen, dass ihre Morning Pages häufig so negativ ausfallen. Aber es ist auf jeden Fall besser alles Negative aufzuschreiben und sozusagen aus deinem Kopf zu fegen. Entferne die Gedanken wie lästige Staubmocken, anstatt diese im Kopf zu behalten und damit deine Kreativität und Produktivität zu hemmen. Wenn du alle negativen Gedanken am Morgen niederschreibst, hast du über Tag Platz für Positives und fühlst dich motivierter.

Braindump – alles aufschreiben, wenn der Kopf überquillt

Was ist ein Braindump? Im Prinzip sagt der Name schon, worum es geht. „Dump“ bezeichnet einen Abladeplatz oder eine Müllkippe. Beim Braindump geht es also darum den gedanklichen Abfall loszuwerden, ihn irgendwo abzuladen. So befreist du dich davon und sortierst deine Gedanken, schaffst Klarheit.

Sicher hast du auch oft Dinge im Kopf, die du schon ewig vor dir herschiebst. Dinge, die du dringend erledigen musst oder willst und natürlich auch alles mögliche, was mit der Arbeit zu tun hat. Vielleicht willst du schon lange einen Freund oder eine Freundin anrufen, oder deine Umzugskartons sind nach einem halben Jahr immer noch nicht alle ausgepackt. Hinzu kommen alltägliche Dinge wie Wäsche waschen oder das Bad zu putzen. Egal was es ist, es geistert dir ständig im Kopf herum, geht dir auf die Nerven und belastet dich.

Sortiere deine Gedanken

Manchmal staut sich so viel in unserem Kopf an, dass wir nicht mehr wissen, wo wir überhaupt anfangen sollen, um alles zu bewältigen. Im schlimmsten Fall bekommst du in so einem Moment gar nichts getan, weil du so sehr damit beschäftigt bist zu überlegen, womit du anfangen sollst. Kennen wir doch alle, oder? Danach fühlt man sich meist noch schlechter, weil man die Zeit nicht genutzt hat.

Kommst du das nächste Mal an diesen Punkt, nimm dir Stift und Papier, genau wie bei den Morning Pages und mache einen Braindump. Schreibe alles auf, was in deinem Kopf herumspukt. Schreibe solange, bis dir nichts mehr einfällt – hier sind dir keine Grenzen gesetzt. Höre erst auf, wenn du alles aufgeschrieben hast, was du erledigen willst und was dich stresst. Indem du alles notierst, hältst du es fest und bekommst es gleichzeitig aus dem Kopf. Da du es aufgeschrieben hast, wirst du das Gefühl du könntest etwas vergessen loswerden und hast zugleich eine Übersicht zu all deinen To-Dos. Außerdem wird dir auf diesem Weg schnell klar, was Priorität hat und was du im Moment noch nicht erledigen musst.

Fazit – mache was zu dir passt

Ich gestehe, bei den Morning Pages bin ich nicht sehr lange geblieben. Da ich kein Morgenmensch bin, konnte ich mich auf Dauer nicht dazu überwinden morgens noch früher aufzustehen, um zu schreiben. Bei den Schreibtechniken geht es auch um Achtsamkeit, daher habe ich beides ausprobiert und geschaut, was besser zu mir passt. Inzwischen hat es sich so eingependelt, dass ich abends einen Braindump mache. Nicht unbedingt täglich, manchmal schreibe ich einfach nur die Erlebnisse des Tages in mein Journal. Aber wenn mein Kopf mal wieder überquillt mache ich vor dem Schlafengehen einen Braindump, um mich befreit von Grübeleien ins Bett zu legen und am nächsten Morgen mit klarem Kopf in den Tag zu starten.

Ob nun eher Morning Pages oder Braindump zu dir passen, findest du am besten durch Ausprobieren heraus. Aber vielleicht bist du dir auch schon sicher, welche Technik dir besser liegt und legst gleich damit los. Möglicherweise stellst du sogar fest, dass für dich eine Kombination aus beidem gut funktioniert. Mach einfach, was sich richtig anfühlt und du wirst sehen, wenn du dir den Kopf leer geschrieben hast, bleibt dir mehr Energie und Fokus für das Wesentliche und Wichtige.

Hast du schon Erfahrungen mit einer dieser Techniken gemacht? Hilft es dir weiter?
Ich freue mich auf deine Meinung!

___
Photos via Unsplash 1 + 2

Tags:

2 Responses

  1. Hallo Content Füchsin,
    mit Braindump habe ich auch schon gute Erfahrungen gemacht. Mir war allerdings bisher nicht bewußt das es für das Aufschreiben der Gedanken diese Bezeichnung gibt. Kann ich nur empfehlen.

    LG
    Resi

    • Hallo Resi,

      ja, die Technik funktioniert für mich auch gut! Im Prinzip ist es ja wie das klassische “Tagebuch schreiben” was man so kennt, nur etwas freier heraus ohne sich Gedanken um das Geschriebene zu machen.

      LG
      Svenja

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen