Warum du produktiver wirst, wenn du deinem inneren Rhythmus folgst

Es ist 7 Uhr morgens und der Wecker klingelt. Es ist nicht der Erste und nicht der Zweite, sondern bereits der dritte Wecker, den ich zum Verstummen bringe. Aber selbst dann quäle ich mich noch mühsam aus den Federn, um den Tag zu starten. Kommt dir das bekannt vor?

Kein Wunder also, das du nicht energiegeladen um 9 Uhr am Schreibtisch sitzen und geniale Ideen ´raushauen kannst. Zeit ist ein kostbares Gut und will gerade für dich als Unternehmer sinnvoll geplant und strukturiert sein, damit du produktiver bist und deine Projekte maximal vorantreiben kannst. Das funktioniert am besten, wenn du auf deinen inneren Rhythmus hörst.

Lerche oder Nachteule – was bist du?

Als Lerche gehst du spätestens gegen 23 Uhr ins Bett und wachst morgens mit dem Weckerklingeln um 6 Uhr erfrischt und munter auf? Lange im Bett zu liegen ist nicht so dein Fall und deine innere Uhr weckt dich selbst am Wochenende meist vor 8 Uhr morgens? Dann bist du eindeutig ein Frühaufsteher und Morgenmensch. Sobald du morgens wach wirst, startest du motiviert in den Tag und hast vor der Mittagspause schon eine Menge Aufgaben abgearbeitet.

Wenn es für dich hingegen nahezu unmöglich ist vor 1 Uhr morgens schlafen zu gehen und du mindestens 3 Wecker stellen musst, um dich vor 9 Uhr morgens aus dem Bett zu quälen, sieht das schon anders aus. Bei der Arbeit wirst du erst ab 10 Uhr munter und je weiter der Tag voranschreitet, desto energiegeladener fühlst du dich? Dann gehörst du wie ich zu den Nachteulen, auch als Morgenmuffel und Nachtmenschen bekannt.

Du wirst bestimmt sofort sagen können, zu welchem Typ du gehörst. Allerdings ist nicht jeder so extrem, es gibt auch eine Mitte zwischen beiden Typen. Zudem ergeben sich im Laufe unseres Lebens leichte Veränderungen, wobei dennoch jeder sein gesamtes Leben zu einer der beiden Gruppen hin tendiert. Wer immer eher ein Nachtmensch war, wird nie zum richtigen Frühaufsteher.

Festgelegte Arbeitszeiten arbeiten gegen deinen Rhythmus

Wenn du dich morgens um 6 Uhr aus dem Bett quälst, um früh mit der Arbeit zu beginnen und dann doch nur Löcher in die Luft starrst, statt etwas getan zu bekommen, bist du wahrscheinlich eine Nachteule, die versucht mit den Lerchen mitzuhalten. So richtig produktiv legst du aber immer erst dann los, wenn andere gerade ihre Arbeit niederlegen, oder? Als Lerche wirst du hingegen vermutlich schon beim bloßen Gedanken müde nach 17 Uhr noch zu arbeiten. Wird es dann noch deutlich später, geht gar nichts mehr.

Im Angestelltenverhältnis und auch bereits zu Schulzeiten ist das gängige Modell für Lerchen von Vorteil. Je nach Branche gibt es natürlich Ausnahmen, aber für die breite Masse gilt, dass man früh mit der Arbeit anfängt und entsprechend früh Feierabend macht. Im Vergleich können Nachteulen dadurch unproduktiver wirken als ihre Lerchen-Kollegen, aber das hängt im Grunde allein mit den unterschiedlichen Hochphasen der Leistungsfähigkeit zusammen.

Zu diesen Zeiten sind wir produktiv und konzentriert

Ich glaube es ist kein Geheimnis mehr, dass unser Kopf regelmäßig Pausen braucht, damit wir über längere Zeit konzentriert arbeiten können. Ein wissenschaftlicher Ansatz, der in einem Artikel von t3n näher behandelt wurde und den ich unten verlinkt habe, erklärt, warum eine Pause nach 90 Minuten uns insgesamt produktiver macht. Angelehnt ist dieser Rhythmus tatsächlich an unserem Schlafrhythmus.

Wenn du als Lerche also um 8 Uhr mit der Arbeit beginnst und dir alle 90 Minuten eine Pause gönnst, holst du bis Feierabend deine maximale Leistung heraus. Als Nachteule, beginnst du deinen Tag eher um 10 Uhr und hast deine produktiven Phasen entsprechend versetzt zu anderen Zeiten als die Lerchen. Diese Phasen orientieren sich auch an unserer täglichen Leistungskurve.

Das Tief im Nachmittag zum Beispiel, bei dem du eine Seite dreimal lesen musst, um ihren Sinn zu erfassen. Oder wenn du – wie ich – beim Schreiben an einem Satz einfach nicht mehr weiterkommst und komischen Wortsalat abtippst. Beides zeigt ganz klar, dass die Leistungskurve gerade sinkt.

Bei der Karrierebibel gibt es hierzu einen umfassenden Artikel zur Leistungskurve, den ich unten verlinkt habe. Menschen sind demnach allgemein vormittags zwischen 8-10 Uhr sehr produktiv und konzentriert bei der Arbeit. Danach fällt die Kurve bis etwa 14 Uhr ab. Erst im frühen Nachmittag steigt sie wieder an, sodass wir das nächste Hoch zwischen 15 und 17 Uhr haben.

Deine persönliche Leistungskurve richtet sich natürlich auch daran aus, ob du nun eher eine Lerche oder eine Nachteule bist. Für Lerchen gelten die oben genannten Zeiten nahezu 1:1, während Nachteulen mit einer Verschiebung von etwa 2 Stunden ihre Hochphasen im Blick halten können. Natürlich handelt es sich hier nur um Richtwerte. Am besten beobachtest du dich selbst und dein Konzentrationslevel zu bestimmten Tageszeiten einmal genau, um herauszufinden, wann deine Leistung besonders hoch ist.

Produktiver werden – der Kampf gegen deine Natur kostet dich Energie

Als Nachteule war ich bisher die meiste Zeit meines Lebens damit beschäftigt gegen meinen inneren Rhythmus anzukämpfen. Vor 10 Uhr morgens war ich weder zu Schulzeiten, noch während der Ausbildung und im Studium richtig „geistig anwesend“. Im Job genauso. Bei mir macht es also wenig Sinn vor 10 Uhr mit der Arbeit zu beginnen, weil ich in der Zeit ohnehin kaum effizient arbeiten kann.

Meine Leistungskurve verschiebt sich daher um 2 Stunden nach hinten. Von 10-12 Uhr kann ich super produktiv sein und mein letztes Hoch habe ich zwischen 17 und 19 Uhr abends. Allerdings kann ich auch noch später sehr gut arbeiten.

Meiner persönliche Erfahrung nach, weiß ich, wie schwer es ist, ständig gegen die eigene Natur ankämpfen zu müssen. Mich zu zwingen an Zeiten zu arbeiten, in denen mein Kopf noch nicht ganz wach ist, hat bisher nie etwas bewirkt. Bei einer Agentur fing ich eine Zeit lang regelmäßig um 8 Uhr morgens an, aber die Seiten füllten sich erst nachdem die ersten 1,5 Stunden Arbeitszeit vorüber waren. Genau so nachmittags. Zwischen 14 und 16 Uhr saß ich mit brennenden Augen vor dem Computer und kämpfte zeitweise gegen Sekundenschlaf. Von Effizienz zu diesen Zeiten keine Spur.

Zugleich kam meine Energie dann oft kurz vor Feierabend zurück und wenn ich nicht täglich länger bleiben wollte, musste ich meine Arbeit mitten im Fluss unterbrechen. Produktiv war das nicht.

Plane deine Arbeitstage anhand deiner Leistungskurve

Sicher ist es bei dir ähnlich, egal ob Lerche oder Nachteule. Wenn wir vorgegebene Arbeitszeiten haben, entsprechen diese selten unserem eigenen Rhythmus und kosten uns zusätzliche Energie, die besser in die Arbeit investiert würde. Als Unternehmer und Selbstständigem bleiben dir jedoch mehr Freiheiten deinen Arbeitstag zu gestalten und somit produktiver zu sein. So kannst du dann nicht nur produktiv, sondern auf effizient arbeiten.

Diese Freiheit solltest du unbedingt nutzen, um für dich und dein Unternehmen das meiste Potenzial herauszuholen. Je besser du deine Arbeit an deinem individuellen Rhythmus anpassen kannst, desto produktiver wirst du sein und die Auswirkungen auf deinen Erfolg stellen sich automatisch ein.

Weiterführend:
* Produktiver arbeiten: Warum du nach 90 Minuten eine Pause einlegen solltest
* Leistungskurve – wann arbeiten Sie am besten?

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